Favoriten? Fehlanzeige

 

Trainer erwarten in der Kreisliga Straubing enges Rennen an Tabellenspitze

Härtere Strafen und neue Regeln werden bei der Gruppentagung angekündigt

 

 

TSV Regen oder SC Zwiesel: In der Kreisliga Straubing tum­meln sich diese Spielzeit nicht nur Vereine mit großer niederbayerischer Fußballtradition, sondern auch viele Teams mit höherklassig erprobten Spielern und reichlich Qualität im Kader. Die Saison verspricht eine spannende zu werden, einen Titelfavoriten haben die Trainer noch nicht so recht ausmachen können. Am vergangenen Wochenende trafen sich die Vereine gemeinsam mit Verbands- und Schiedsrichtervertretern in Niederalteich um die Weichen für eine reibungslose Spielzeit zu stellen. Ein Überblick über die Themen der Tagung:

 

Die Rückschau auf die abgelaufene Saison: Mit der SpVgg Grün-Weiß Deggendorf stieg die konstanteste Mannschaft in die Bezirksliga auf - nach einem engen Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem ASV Steinach. Fünf Mannschaften (SV Kirchberg i.W., SpVgg. Kirchdorf/E., SV Bernried, SG Teisnach/G, SV Schwarzach) traten den Gang in die Kreisklasse an. Die Deggendorfer sicherten sich auch den ersten Platz in der Fairness-Wertung. Lob von Kreisspielleiter Wolfgang Heyne gab es für die SpVgg Niederalteich und die Steinacher, die alle Heimspiele in der App des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) getickert haben. Spielbälle erhielten die Gewinner der Totopokal-Vorrunden in den Kreisligen Straubing und Passau. Kreisvorsitzender Christian Bernkopf warf einen Blick zurück auf die Fußballiade in Landshut. „Das war ein Fest für unseren Amateurfußball, mit 50 000 Besuchern und 5000 Aktiven aus 350 Vereinen", sagte Bernkopf. Im Rahmen der Fußballiade fand auch der UEFA Regions' Cup in Bayern statt, eine offizielle Europameisterschaft der Amateure.

 

Die neue Saison 2019/20: Eröffnet wird die neue Kreisliga-Spielzeit - einige Abteilungsleiter sprechen sogar von einer verkappten Bezirksliga - in eineinhalb Wochen unter anderem mit dem Derby SC Kirchroth gegen SV Motzing (Samstag, 20. Juli, 18 Uhr). Viele Trainer haben die Kirchrother ebenso wie den ASV Steinach ganz oben auf dem Meister-Zettel. Daneben dürften auch der SC Zwiesel und der TSV Regen ein Wörtchen um den Titel mitreden. Geheimfavorit dürfte die SpVgg Niederalteich sein, die aufgrund der starken Jugendarbeit der vergangenen Jahre enormes Po­tential in der Mannschaft besitzt. Eine eigene Reserveliga kam nicht zustande, die meisten Vereine treten mit ihrer Zweiten aufstiegsberechtigt in der A-Klasse an. Die Vereinsvertreter verständigten sich, auf einen Eintrittspreis von vier Euro (ermäßigt drei Euro).

 

Die Auf- und Abstiegsregelung: Aus der Liga mit 14 Mannschaften werden drei Teams absteigen, der Viertletzte bestreitet die Abstiegs-Relegation. Der Meister hat ein Ticket zur Bezirksliga sicher, der Vizemeister die Chance, über die Relegation aufzusteigen. Aktuell gibt es laut Kreisvorsitzendem Bernkopf auch keinen Bedarf, das bestehende Auf- und Abstiegs-System zu erset­zen. Gleichwohl sei der BFV bestrebt, den Fußball attraktiver zu machen, sagte Bernkopf. Ihm schwebt vor, eigene Auf- und Abstiegs-Ligen oder einen-Playoff-Modus einzuführen. „Vielleicht ist das mittelfristig eine Option", sagte Bernkopf. „Im Dialog mit den Vereinen können wir das Thema vielleicht in zwei, drei Jahren angehen."

 

Die Schiedsrichter: Kreisschiedsrichter-Obmann Matthias Braun (Deggendorf) beklagte den starken Rückgang bei den aktiven Unparteiischen. Eine bayernweite Umfrage unter den ausgeschiedenen Schiedsrichtern hat laut Obmann Braun ergeben, dass die Hälfte der Unparteiischen aufgrund eines unwürdigen Verhaltens von Trainern, Spielern, Funktionären sowie Zu­schauer und Eltern zurückgetreten sei. Verbale und tätliche Angriffe auf Schiedsrichter will das Sportgericht nun härter ahnden. „Wir werden hier die Strafen drastisch anheben", sagte Konrad Frank vom Kreissportgericht, der sich gemeinsam mit seinen Kollegen vergangene Saison mit rund 700 Sportgerichtsfällen im Fußballkreis Ost beschäftigt hat - nicht ganz die Hälfte waren rote Karten.
   Einige Reserveligen im Fußballkreis Ost trifft der Schiri-Rückgang bereits in der kommenden Saison: In fünf A-Klassen-Reserven werden Spiele nicht mehr mit Unparteiischen besetzt. „Wenn der Trend der sinkenden Schiedsrichter-Zahlen so weitergeht, können wir bald gar keine Schiris mehr zu Reservespielen schicken", sagte Braun. Er will nun vor allem um ältere Spieler werben, die nicht mehr aktiv auf dem Fußballplatz stehen. „Die haben Erfahrung und wären prädestiniert für das Schiedsrichterwesen", sagte Braun. In der Kreisliga setzt der Obmann dagegen vor allem auf jüngere Kollegen: Der Bestandskader hat ein Durchschnittsalter von 20 Jahren.

 

Die Regeländerungen: Keine Saison ohne neue Regeln - Bayerns Amateur-Kicker und Schiris müssen sich auf neue Vorschriften einstellen. In der Freistoß-Mauer beispielsweise wird es weniger Gerangel geben, weil Spieler der angreifenden Mannschaft einen Mindestabstand von einem Meter zur Mauer halten müssen. Beim Abstoß und Freistoß im Sechzehner darf ein Spieler des verteidigenden Teams den Ball nun auch im Strafraum annehmen - zuvor hatte es dafür eine Wiederholung gegeben. Angreifer dürfen Freistöße auch dann schnell ausführen, wenn der Schiri noch eine gelbe oder rote Karte zeigen will. Um bei einer Auswechslung Zeitspiel zu verhindern, muss der ausgewechselte Akteur den Platz an der nächstmöglichen Linie verlassen. Beim Münzwurf zu Beginn des Spiels darf der Gewinner der beiden Kapitäne zukünftig zwischen Seitenwahl und Anstoß wählen. Und: Unparteiische dürfen nun auch Trainer oder Funktionäre mit einer gelben oder roten Karte bestrafen.

Von Otto Zellmer